Reintalangerhütte

Aufstieg


Länge: 13,9 km
940 hm

Fotos


Reintalangerhütte Partnachklamm Bockhütte Reintal Reintalangerhütte Reintalangerhütte Reintal Partnach-Wasserfall

REINTAL - REINTALANGERHÜTTE

Die Wanderung durch das Reintal zur Reintalangerhütte sollte jeden Wanderer begeistern, denn obwohl sie aufgrund ihrer Länge nicht ganz anspruchslos ist, bietet sie mit ihren Übernachtungsmöglichkeiten in der Reintalangerhütte und der absolut gefahrlosen Tour durch das Reintal die idealen Voraussetzungen für weniger geübte Wanderer und ist mit ihrer Lage auch der ideale Ausgangspunkt für Wanderer, die die anspruchsvolleren Touren auf die Zugspitze ins Auge gefasst haben.

Der Wanderweg

Unsere Tour durch das Reintal soll am Skistadion in Partenkirchen beginnen. Hier können Sie Ihr Auto parken und einen kurzen Blick in das Stadion werfen, wo Sie noch Zeugnisse von der Olympiade 1936 finden. Seit 2008 steht hier auch die neue Skisprungschanze, die in erster Linie für das Neujahrsspringen während der Vierschanzentournee genutzt wird.

Direkt hinter dem Skistadion stehen Fiaker bereit, mit denen Sie bis zur Partnachklamm fahren können. Die meisten Wanderer werden aber die etwa 2 km lange, asphaltierte Strecke zu Fuß nehmen.

An der Eingangshütte zur Partnachklamm wird ein kleines Eintrittsgeld fällig, das sich aber in jedem Fall lohnt. Denn hier erschließt sich eine völlig einzigartige und bizarre Landschaft. Mehr zur Partnachklamm finden Sie hier: www.partnachklamm-info.de

Nach der Partnachklamm folgen Sie einfach der Beschilderung in Richtung Reintal, Reintalangerhütte, Zugspitze. Der Weg führt immer direkt an der Partnach entlang. Sie erhalten einen Eindruck von der Natur, wie sie bereits Josef Naus bei der Erstbesteigung der Zugspitze im Jahr 1820 gehabt haben sollte. Allerdings wandern Sie zunächst die erste knappe Stunde auf breiten ausgebauten Forstwegen, die es zu dieser Zeit noch nicht gab.

Die Bockhütte (1052m) lädt zu einer ersten großen Rast ein. Die Bockhütte liegt auf einer kleinen Lichtung nur wenige Meter von der Partnach entfernt. Bis September erhalten Sie hier kleine Gerichte und Getränke. Leider gibt es in der Hütte keine Übernachtungsmöglichkeiten.

Wir wollen uns hier aber nicht allzu lange aufhalten, denn uns stehen noch einige Kilometer bis zur Reintalangerhütte bevor. Vor uns öffnet sich das Reintal und wir folgen dem Weg weiterhin immer parallel zum Bett der Partnach. Im Laufe des Weges gibt es viel zu entdecken. So gibt es u.a. zahlreiche Höhleneingänge in den Felswänden zu sehen, von weitem hört man schon den Wasserfall der Partnach Reintal und sogar eine von der Natur geschaffene "Badewanne" liegt direkt am Wegesrand. Bei all diesen Details ist es allerdings immer wieder ratsam auf entgegenkommende Mountainbiker zu achten, da der Weg bis zur Reintalangerhütte immer beliebter in der Radl-Szene wird.

Kurz nachdem man auf der Höhe des Wasserfalls angelangt ist, sind es nur noch wenige Minuten, bis zur Reintalangerhütte. Die tibetischen Gebetsfahnen sorgen für einen unverwechselbaren Anblick und sind wohl ein einmaliges Markenzeichen für die Reintalangerhütte. Zusammen mit den markanten Berggipfeln, der glasklaren Partnach und dem rauen Klima, kann sich wohl jeder schnell mit den Gedanken nach Tibet versetzen.

Die Reintalangerhütte bietet zahlreiche Schlafplätze an, doch ist eine Voranmeldung zumindestens für das Wochenende in jedem Fall ratsam. Wer eines der wenigen Zimmer buchen möchte, muß sogar Monate im voraus planen. Die Hütte, die bis zum Saisonende 2009 von Charly Wehrle geführt wurde, hat sich inzwischen insbesondere durch den Hüttenwirt und sein Team einen ganz besonderen Namen gemacht.

Wer hier aber dennoch nicht übernachten mag und noch am selben Tag zurück ins Tal möchte oder muß, sollte zumindestens ausreichend Zeit mitbringen, um sich in der Reintalangerhütte zu stärken und für einige lange Momente die einmalige Natur und Ausstrahlung des Reintals genießen. Nicht wenige, die hier nur eine Nacht bleiben wollten, sind für längere Zeit hier gestrandet.

Zurück geht es entweder auf dem gleichen Weg zurück ins Tal oder es geht weiter hinauf durch das Reintal in Richtung Knorrhütte und Münchner Haus auf die Zugspitze.

Die Reintalangerhütte

Die Reintalangerhütte liegt im Reintal auf einer Höhe von ca. 1370 Metern. Sie liegt fast am oberen Ende des Tales und ist somit idealer Ausgangspunkt für Touren in Richtung Zugspitze. Bereits sehr früh gab es wohl in der Gegend eine erste kleine Unterkunft, denn schon Josef Naus berichtete 1820 von einem kleinen Unterschlupf, den Hirten errichtet haben. Die erste "richtige" Reintalangerhütte wurde dann aber 1883 erbaut und steht auch heute noch neben der neuen Reintalangerhütte. Jetzt ist sie bekannt als Cafe Schober und dient als Winterraum. Bereits 1912 mußte etwas gegen den größer werdenden Besucherstrom getan werden und so errichtete der Alpenverein die neue Reintalangerhütte, so wie wir sie heute kennen. Hier stehen nun bis 120 Betten bzw. Matratzenlager zur Verfügung, sowie Waschräume, Duschen und WC.

Die Reintalangerhütte hat jedes Jahr je nach Witterung von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet. In der restlichen Zeit steht der Winterraum zur Verfügung. Reservierungen können telefonisch vorgenommen werden: Tel. 0049 / 8821 / 29 03

An dieser Stelle sei noch erwähnt, daß der Transport der gesamten Nahrungsmittel auf die Hütte mit einem erheblichen Aufwand geschieht und jedes Mal die teure Nutzung eines Hubschraubers in Anspruch genommen werden muß. Nehmen Sie deshalb Ihren Müll einfach mit ins Tal, denn das Hüttenteam wird sonst nur unnötig damit belastet und vergrößert den finanziellen Aufwand zur Bewirtschaftung der Reintalangerhütte nur zusätzlich.

Reintal

Das Reintal, durch das die Wanderung zur Reintalangerhütte führt, ist ein noch sehr stark naturbelassenes Tal. Aufgrund seiner abgetrennten Lage finden sich hier nur wenige schmale Wege. Der Weg durch das Reintal gilt als der einfachste, wenn auch sehr lange Weg, zur Zugspitze. Auch Josef Naus nahm diesen Weg, als er 1820 zur Erstbesteigung der Zugspitze aufbrach.

Bis 2005 gab es im Reintal noch die malerische Blaue Gumpe zu bestaunen. Leider fiel diese einem Unwetter und anschließenden Erdrutschen zum Opfer. Aber auch ein beeindruckender Wasserfall der Partnach lädt zum Staunen ein. Hier donnern die Wassermassen unvermittelt aus einer Klamm ca. 80m in die Tiefe.

Im Reintal finden Sie auch Deutschlands zweithöchsten Berg, den Hochwanner. Er erreicht eine Höhe von 2744 Metern und ist somit sogar größer als der Watzmann. Dennoch ist er deutlich unbekannter, da er im Reintal recht abgeschieden liegt. Die Nordwand des Hochwanners ist mit ihren 1400 m eine der größten alpinen Herausforderungen in den deutschen Alpen.


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