Skisprungschanze Garmisch-Partenkirchen

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Skisprungschanze Garmisch-Partenkirchen

Skisprungschanze Garmisch-Partenkirchen

Die Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen dürfte inzwischen jeder vom jährlich ausgetragenen Neujahrsspringen kennen. In Deutschland erreicht allein die ARD inzwischen knapp 7 Millionen Zuschauer. Weltweit verfolgen über 100 Millionen Zuschauer das Skispringen am Neujahrstag. Insbesondere die 2007 neu gebaute große Olympiaschanze zieht die Blicke auf sich. Die 650 Tonnen schwere Stahlkonstruktion mit einer Turmhöhe von über 60 Metern und einer Anlauflänge von über 103 Metern scheint fast spielerisch über dem Olympiastadion zu stehen.


Geschichte des Skispringens in Garmisch-Partenkirchen

Nachdem der Tourismus im Werdenfelser Land immer stärker wurde, erkannten die Einheimischen bereits Anfang des letzten Jahrhunderts recht schnell, daß den Gästen auch im Winter einiges geboten werden musste. So entwickelte sich am Gudiberg ein erster kleiner Treffpunkt für Wintersportbegeisterte. Schon 1902 wurde eine erste kleine Schneeschanze für ein Wintersportfest des Akademischen Skiclubs München am Gudiberg errichtet.

Nachdem Deutschland, genau wie Österreich, Ungarn, Bulgarien und die Türkei, bereits 1920 nicht bei den Olympischen Sommerspielen in Antwerpen teilnehmen durfte und auch eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Frankreich ausgeschlossen war, entschied man sich eigene Wettkämpfe auf internationalem Niveau zu veranstalten. Zu diesem Zweck errichtete man eine Holzkonstruktion, auf der 1922 das erste internationale Neujahrsspringen stattfand.

Nachdem Deutschland im Sommer 1933 den Zuschlag für die Austragung der Olympischen Winterspiele 1936 erhalten hatte, folgte eine neue, deutlich größere Anlage neben der alten Schanze. Die Wettbewerbe im Skispringen an der hölzernen Skisprungschanze verfolgten ca. 130.000 Zuschauer, was alle bisherigen und zukünftigen Zuschauerrekorde in Garmisch-Partenkirchen bei weitem übertreffen sollte. Nach diesem unglaublichen Erfolg erhielt Deutschland auch für 1940 den Zuschlag zur Austragung der Olympiade, nachdem bereits Sapporo und St. Moritz die Veranstaltung entzogen wurden. Zu diesem Zweck errichtete man auch das neue Olympiastadion. Doch der deutsche Überfall auf Polen 1939 sollte dafür sorgen, daß die Olympischen Winterspiele 1940 entgültig abgesagt wurden.

1950 wurde die alte Holzkonstruktion abgerissen und durch eine neue moderne Stahlkonstruktion ersetzt. Zu diesem Zeitpunkt war die Garmisch-Partenkirchener Schanze die modernste Schanze weltweit. Doch die technische Entwicklung und die neuen Anforderungen sollten dafür sorgen, daß die "alte Dame" 2007 trotz mehrfacher Verbesserungen abgerissen werden musste und durch eine größere und vorallem modernere Anlage ersetzt wurde.


Führungen und Rundweg

Das Olympiastadion und die Schanzenanlage kann täglich kostenlos besichtigt werden. Das Betreten der Schanze ist jedoch nur bei geführten Touren erlaubt. Führungen auf die Schanze finden jeden Mittwoch um 18 Uhr und jeden Samstag um 15 Uhr statt (Mindestteilnehmerzahl: 6 Personen). Voranmeldungen können bis 15 Uhr am Vortag bei der Tourist Information persönlich oder telefonisch vorgenommen werden.

Preis Erwachsener: 10,- Euro
Preis ermässigt: 8,- Euro (Kinder/Jugendliche 6-16 Jahre, Einheimische, Kurkarteninhaber, Behinderte, Studenten)
Dauer: ca. 2 Stunden
Wichtig: Festes Schuhwerk wird dringend empfohlen!

Neben den geführten Touren empfiehlt sich aber auch der Rundweg durch das Stadion, hinauf zur Skisprungschanze und dann wieder hinab zum Ausgangspunkt. Die rund einstündige Tour wird mit mehreren Infotafeln und einem fantastischen Blick auf den Ort abgerundet.

Zusätzlich bietet sich noch ein kleiner Abstecher zur Dauerausstellung "IV. Olympische Winterspiele Garmisch-Partenkirchen 1936 - Die Kehrseite der Medaille" im Ostflügel des Stadions an.